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Alt 28.03.2013, 17:23   #1
F&T
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Daumen runter Wie läuft die Kastration eines Rüden "heutzutage" ab?

Hallo,

ich wende mich heute mal mit einer Frage zum Thema "Hund und Kastration" an euch.

Ich habe nämlich einen ganz speziellen Schwiegervater in Spé, Modell "Einem Mann schnippelt man nicht die Eier ab, der wird ja völlig gestört und asexuell".

Nun musste eben dieser Schwiegervater im vergangenen Jahr seinen über alles geliebten und, trotz mehrfacher Gespräche, nicht kastrierten Kater als "verloren" melden. Er ist seit 2011 nicht mehr nach Hause gekommen. Meine Schwiegermutter in Spé ist mittlerweile auch der Meinung, dass es wohl an seinem immer größer werdenden Revier lag.

Sie hatten sich Ostern 2011 einen damals drei Monate alten Labrador-Rüden geholt. Ist ja auch völlig in Ordnung, niedlich war er ja - aber mittlerweile ist er eine ziemliche Bestie geworden und auch wenn ich eher hundeunerfahren bin, denke ich, dass sein triebiges Verhalten viel mit seiner "Potenz" zu tun hat.
Am gestrigen Abend hatten wir wieder eine nette Unterhaltung, bei der auch ich sagte, dass ich den Hund sehr unerzogen finde. Kann nicht an der Leine gehen z. B. und hat mir bei einem Spaziergang wegen einem fremden Hund so die Leine weggerissen, dass ich wegen der Verbrennungen durch die Reibung an der Hand fast eine Woche krank geschrieben werden musste.

Nun sagte mein Schwiegervater in Spé, dass er den Hund nicht kastrieren lassen will, weil dann die "Bommel" komplett entfernt werden und man nicht mehr zwischen Rüde und Hündin unterscheiden könne - und er will halt, dass man sieht, dass er ein Rüde ist. So etwas sind meiner Meinung nach die bescheidensten Gründe.

Ich bin aber der Meinung, dass doch mittlerweile nur noch die Samenstränge durchgeschnitten werden, damit keine Hormone mehr in den restlichen Körper transportiert werden, oder? Bleiben die Bommel nicht erhalten?

Ich bin auf jeden Fall ratlos. Für unser Empfinden wird der Hund immer "triebiger" und unkontrollierter und nicht mal eventueller Hodenkrebs hat ihn dazu gebracht, mal darüber nachzudenken. Sein Verhalten tut er als "Beschützerinstinkt" ab.

Oder sehen wir das völlig falsch?
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Alt 28.03.2013, 17:34   #2
yurisha
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also erstens: durch eine kastration wird der hund in keinster weise erzogener!!! was dort offenbar primär fehlt, ist erziehung, und um die kommt man auch bei einem kastrierten hund nicht herum. dazu kommt, dass der labrador ein jagdhund ist, und auch wenn sehr viele linien heute auf show gezüchtet werden, schlägt das jagderbe auch bei diesen typen immer mal wieder durch. das bedeutet, dass so ein hund sehr viel körperliche und geistige auslastung braucht.
zur kastration: hierbei werden die samenstränge durchtrennt, verödet oder vernäht und die hoden komplett entfernt. geschieht das nicht, besteht die gefahr von entzündungen und eventuell tumoren.
eine alternative wäre die chemische kastration - dem hund wird eine art chip implantiert, der eine vorübergehenden kastrationsähnlichen zustand bewirkt. es braucht ca. 6 wochen, bis der chip wirkt, und diese wirkung dauert dann 6-7 monate an. wird der chip danach nicht erneuert, dann wird der hund wie vorher, ist also wieder zeugungsfähig.
für deinen schwiegervater wäre dies vielleicht ein akzeptabler kompromiss, denn dem hund geschieht kein "schaden", nichts wird entfernt. und man könnte feststellen, ob eine echte kastration überhaupt etwas bringen würde...
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Alt 28.03.2013, 17:38   #3
F&T
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Zitat:
Zitat von yurisha Beitrag anzeigen
also erstens: durch eine kastration wird der hund in keinster weise erzogener!!! was dort offenbar primär fehlt, ist erziehung, und um die kommt man auch bei einem kastrierten hund nicht herum. dazu kommt, dass der labrador ein jagdhund ist, und auch wenn sehr viele linien heute auf show gezüchtet werden, schlägt das jagderbe auch bei diesen typen immer mal wieder durch. das bedeutet, dass so ein hund sehr viel körperliche und geistige auslastung braucht.
zur kastration: hierbei werden die samenstränge durchtrennt, verödet oder vernäht und die hoden komplett entfernt. geschieht das nicht, besteht die gefahr von entzündungen und eventuell tumoren.
eine alternative wäre die chemische kastration - dem hund wird eine art chip implantiert, der eine vorübergehenden kastrationsähnlichen zustand bewirkt. es braucht ca. 6 wochen, bis der chip wirkt, und diese wirkung dauert dann 6-7 monate an. wird der chip danach nicht erneuert, dann wird der hund wie vorher, ist also wieder zeugungsfähig.
für deinen schwiegervater wäre dies vielleicht ein akzeptabler kompromiss, denn dem hund geschieht kein "schaden", nichts wird entfernt. und man könnte feststellen, ob eine echte kastration überhaupt etwas bringen würde...
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Ich dachte, dass durch die Regulierung der Hormone dann auch sein starkes Ziehen an der Leine etwas milder werden würde, aber es stimmt schon: es fehlt auch sehr viel Erziehung!

Meine Schwiegermutter hat eine Gaststätte und dort durften, auch als der Hund noch ein Welpe war, die Stammgäste immer mit ihm spazieren gehen. Das war denke ich auch schon ein großer Fehler, denn die Grunderziehung an der Leine hat gefehlt. Jeder geht ja auf andere Art und Weise Gassi.
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Alt 28.03.2013, 17:38   #4
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Beim Kastrieren werden die Hoden entfernt. Ist es ein junger Rüden den man kastriert bilden sich die Hodensäcke meist komplett zurück, bei meinem kleinen Vince wurden die sogar fast ganz entfernt. Bei unserem älteren Rüden hängen die Hodensäcke einfach leer runter...
Es gibt sogar Leute die Implantate in die Hodensäcke reinmachen lassen, der Ästhetik wegen..vor allem wenn man mit dem Hund auf Aufstellungen geht.

Sterilisiert man den Rüden wird er zwar unfruchtbar jedoch hat er immer noch das Bedürfnis läufigen Hündinnen hinterherzurennen...und er würde sie wahrscheinlich auch noch besteigen.
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Alt 28.03.2013, 17:39   #5
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Zitat:
Zitat von Finja Beitrag anzeigen
Beim Kastrieren werden die Hoden entfernt. Ist es ein junger Rüden den man kastriert bilden sich die Hodensäcke meist komplett zurück, bei meinem kleinen Vince wurden die sogar fast ganz entfernt. Bei unserem älteren Rüden hängen die Hodensäcke einfach leer runter...
Es gibt sogar Leute die Implantate in die Hodensäcke reinmachen lassen, der Ästhetik wegen..vor allem wenn man mit dem Hund auf Aufstellungen geht.

Sterilisiert man den Rüden wird er zwar unfruchtbar jedoch hat er immer noch das Bedürfnis läufigen Hündinnen hinterherzurennen...und er würde sie wahrscheinlich auch noch besteigen.
Sieht man denn, dass die Hodensäcke leer sind, wenn ich das so fragen darf?
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Alt 28.03.2013, 17:46   #6
yurisha
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Zitat:
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Sieht man denn, dass die Hodensäcke leer sind, wenn ich das so fragen darf?
die hodensäcke schrumpfen, mit der zeit sieht man sie kaum noch.
und nochmal: die leinenführigkeit wird durch eine kastrationüberhaupt nicht beeinflusst!! das ist reine erziehungssache...
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Alt 28.03.2013, 17:47   #7
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Zitat:
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und nochmal: die leinenführigkeit wird durch eine kastrationüberhaupt nicht beeinflusst!! das ist reine erziehungssache...
Ja, das hatte ich schon verstanden... Danke.
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Alt 28.03.2013, 17:59   #8
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Bei Zeus sieht man es sehr gut. Aber er war wie gesagt schon älter als er kastriert wurde.
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Alt 28.03.2013, 18:08   #9
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meine waren bei der kastration zwischen 8 monaten und 1,5 jahre. bei djambo wurden die hodensäcke mit entfernt, bzw. sie gingen für die naht drauf. bei yuri und quinn blieben die hodensäcke bestehen, aber bei beiden haben sie sich weitgehend zurück gebildet. na gut - beim langhaarigen quinn würde man auch die hoden nicht sehen vielleicht ist das ein punkt: keiner meiner rüden ist ganz kurzhaarig, da spielt das optische nach einer kastration keine rolle (würde es für mich sowieso nicht )
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Alt 28.03.2013, 18:25   #10
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Zeus war schon über 4 Jahre alt...da ist die Haut nicht mehr so elastisch
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