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Alt 28.12.2012, 21:17   #1
SPIRI
Plüschmuddi
 
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Ein Mythos in der Hundeerziehung: Angst ignorieren

Besitzer eines ängstlichen Hundes hören ihn oft, den berühmten Satz: „Wenn Ihr Hund Angst hat müssen Sie ihn ignorieren, sonst bestätigen Sie die Angst!“ Oder: „Wenn Ihr Hund sich vor etwas ängstigt, ignorieren Sie ihn und seinen Sie ganz cool, damit er merkt, dass er keine Angst haben muss.“

Was steckt dahinter? Wie sinnvoll sind diese Ratschläge eigentlich?

Was ist Angst?

Angst ist eine Emotion, ein unangenehmer Gefühlszustand. Sie ist überlebensnotwendig und gehört damit zur biologischen Grundausstattung unserer Hunde. Ohne die Fähigkeit, bei Gefahr oder Bedrohung Angst zu empfinden und angepasst zu reagieren, würde kein Tier lang überleben.

Im Zweifelsfall gilt deshalb: Lieber einmal zu schnell reagieren auf etwas bedrohliches, als einmal zu wenig.

Die Bewertung, ob etwas gefährlich (Angst auslösend) ist oder nicht, findet in einem Teil des Gehirns statt, der nicht bewusst kontrollierbar ist. Wird dort etwas als "gefährlich" eingestuft, erfolgt darauf eine körperliche Reaktion, bevor der Reiz in den Teil des Gehirns weitergeleitet wird, der bewusst darauf reagiert.

Das heißt: Das Gehirn unseres Hundes entscheidet, welcher Reiz Angst auslösend ist. Noch bevor das, was Angst macht, komplexer verarbeiten kann und eine bewusste Auseinandersetzung damit stattfinden kann.

Sobald ein Hundehalter eine Angstreaktion bei seinem Hund sehen kann, findet die Angst bereits statt.


Wie verstärken sich Emotionen?

Angenehme Emotionen können verstärkt werden, wenn noch mehr emotional angenehmes in der Situation stattfindet. Aus Menschensicht erklärt heißt das: Ein Becher heiße Schokolade kann angenehme Emotionen hervorrufen. Wird noch ein Klecks Sahne darauf gegeben, wird die Emotion noch angenehmer. Angenehme Emotionen werden geschwächt, wenn etwas emotional unangenehmes dazu kommt – zum Beispiel, wenn eine Spinne am Becherrand krabbelt.
Das gilt umgekehrt für die unangenehmen Emotionen. Sie werden weniger unangenehm, wird etwas emotional Angenehmes dazu gegeben. Sie werden noch unangenehmer, wird noch etwas Unangenehmes dazu gegeben.

Eine unangenehme Emotion wie Angst wird nicht stärker, wenn in dieser Situation etwas Angenehmes für den Hund passiert. Es ist neurobiologisch nicht möglich, Angst zu verstärken, in dem man dem Hund Gutes tut!

Was bedeutet dies für den in seiner Angst ignorierten Hund?

Reagiert die Bezugsperson nicht auf die Angst ihres Hundes, bleibt die Situation im besten Fall unverändert. Sie wird sich aber nicht positiv verändern! Das Ignorieren kann die Angst verschlimmern. Das Gehirn des Hundes hat entschieden, dass Angst empfunden werden muss. Versucht ein Hund in dieser Situation, Kontakt zu seinem Menschen herzustellen und wird ignoriert, macht es die Situation für den Hund sehr wohl noch unangenehmer und verstärkt die Angst.

Wendet sich die Bezugsperson dem Hund in einer Angstsituation auf für den Hund angenehme Weise zu, wird die Angst nicht größer werden. Emotionen verstärken sich nicht, wenn eine gegenläufige Emotion dazu kommt!

Wichtig ist es, dass die Art, wie der Mensch sich dem Hund in dieser Situation zuwendet, vom Hund auch als angenehm bewertet wird. Wird der Mensch hektisch, verändert seine Stimme sehr, beugt sich vielleicht unbeabsichtigt bedrohlich über den Hund und tätschelt ihm vermeintlich auf den Kopf, kann dies vom Hund als unangenehm empfunden werden. Und dies würde seine Angst in dieser Situation verschlimmern.
Das ist ein gar nicht selten auftretender Fehler und daher entstand evtl. die Annahme, Zuwendung verstärke Angst.

Wie ist die sinnvolle Reaktion auf Angst?

Die erste Regel ist: Die Zuwendung muss für den Hund in dieser Situation angenehm sein. Dafür gibt es je nach Vorlieben des einzelnen Tieres viele Möglichkeiten wie beruhigen durch Worte, Streicheln, Massagen oder einfach berühren. Berührungen sollten nicht hektisch und schnell ausgeführt werden. Langsame und lange Berührungen beruhigen, kurze und hektische Berührungen aktivieren eher. Manchem Hund hilft Bewegung, Futter oder eine Veränderung der Umgebung.

Wichtig ist, dass der Hund die vom Menschen als Trost gedachte Zuwendung nicht als bedrohlich, ungewöhnlich oder beängstigend empfindet, sondern als angenehm und beruhigend.

Für das Training am Angstverhalten gibt es viele Möglichkeiten. Der Hund kann in kleinen Schritten an den Angst auslösenden Reiz gewöhnt werden in dem man ihn mit für den Hund positiven Erlebnissen verknüpft. Der Hund kann Strategien lernen, angst besetzte Situationen zu bewältigen. Eine große Hilfe leistet hierbei die Arbeit über positive Markersignale und Entspannungstraining.

Angst beim Hund ist etwas, das beachtet werden muss. Ein ängstlicher Hund braucht Hilfe in Form einer Bezugsperson, die auf seine Angst eingeht und sinnvolles Training, mit welchem er lernen kann, mit seiner Emotion umzugehen. Je länger Angst ohne „Behandlung“ bleibt, desto schlimmer kann sie werden und desto mehr kann sie sich auf weitere Bereiche im Leben ausdehnen. Darüber hinaus kann Angst in Aggression umschlagen.



Text: Mirjam Aulbach, Claudia Münning, Martina Schoppe, Regine Hochhäusler

gefunden in: Hundemenschen24 Forum
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Alt 28.12.2012, 21:36   #2
Lakota
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Hm......ich hab mir letzte Woche eine Folge vom Hundeflüsterer angesehen. Mach ich normalerweise nicht, weil ich den irgendwie nicht mag.

Da ging es um eine Hündin, die Angst vor dem neuen Parkettboden hatte. Cesar Milano hat diese Angst völlig ignoriert und das arme Tier regelrecht über den Boden geschleift. Immer wieder und wieder. Und tatsächlich ging sie am Schluss drüber ohne zu mucken.

Ob das sinnvoll und richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich hatte ein ganz komisches Gefühl in der Magengegend, als er das Tier hinter sich her zog.
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Alt 28.12.2012, 21:40   #3
SPIRI
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Zitat:
Zitat von Lakota Beitrag anzeigen
....

Da ging es um eine Hündin, die Angst vor dem neuen Parkettboden hatte. Cesar Milano hat diese Angst völlig ignoriert und das arme Tier regelrecht über den Boden geschleift. Immer wieder und wieder. Und tatsächlich ging sie am Schluss drüber ohne zu mucken.
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bin fest davon überzeugt, dass es auch anders geht..
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Alt 28.12.2012, 21:57   #4
yurisha
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ich finde, es kommt sehr darauf an, welche art angst es ist und wovor. kürzlich durch bestimmte vorkommnisse erworbene ängste können sehr wohl durch ignorieren und gleichzeitiges vermitteln von sicherheit bekämpft werden. ein beispiel: djambo wurde ja von einem auto angefahren und hatte danach grosse angst vor autos. die hatte er vorher nie gehabt, und inzwischen hat er sie auch weitgehend wieder verloren. ich habe ihm nie gut zugeredet, sondern ihn einfach ruhig und sicher an der strassenabgewandten seite geführt. dies bedeutet, dass ängste, die auf desensibilisierung ansprechen, durch ruhiges ignorieren und langsames heranführen an die angsterregende situation angegangen werden können. sind es sehr tiefsitzende ängste, v.a. solche, die während einer der prägungsphasen entstanden sind, wird der fall schwieriger. da kann es dem hund sicherlich helfen, wenn er beruhigt wird. bei panik hilft weder das eine noch das andere...
ich bin jetzt zu müde, um noch mehr zu schreiben, aber in den nächsten tagen fällt mir sicher mehr dazu ein...

bis dahin:


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Das mag bestimmt bei vielen Hunden zutreffen, mein Lucky war ja auch von Haus her Paniker, bei vielen Sachen, ob der Ofen knackt, ob Holz nachgeworfen wird usw usw, ganz viele Alltagssituationen einfach, wo ich gesagt habe, oki Lucky, ist zwar jetzt schlimm, aber da mußt Du durch!!!

Wir haben so Sachen auch einfach ignoriert, weil wenn nix ist, brauche ich auch kein bahei drumm machen.

Lucky hat sich mittlerweile sehr gut gemacht, werde uns für Sylvester Resqu Tropfen besorgen, ich denke mehr für mich als für Lucky.

Kommt immer alles auch auf den speziellen Hund an den man grad da hat, ein allgemeines Patentrezept gibt es nicht.

Allen ein gutes Gelingen

LG Sabrina
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panik meinte ich nicht im umgangssprachlichen sinn! die definition von panik in wikipedia:
Zitat:
Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Sie ist eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen und körperlichen Symptomen.[1] Dabei kann es unter Umständen zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen.
ein hund in panik ist nicht mehr ansprechbar...

um beim autobeispiel von djambo zu bleiben: yuri hatte echte panik vor autos, und zwar nicht aufgrund eines unfalls, sondern weil er als welpe keinerlei umweltsozialisierung erfahren hat. (hierauf reagieren natürlich auch nicht alle hunde gleich, das ist klar!). sein herz begann zu rasen, er speichelte extrem, hechelte wie verrückt, war nicht mehr ansprechbar und wäre, wenn er gelegenheit gehabt hätte, völlig kopflos losgerannt. es hat 7 jahre gedauert, bis ich mit yuri halbwegs normal an einer schwach befahrenen strasse gehen konnte. angst hat er auch heute (mit bald 10 jahren) noch, aber es ist jetzt angst und nicht mehr panik. damals hatte ich aber keine möglichkeit, ihn in solchen momenten irgendwie zu erreichen, egal, was ich machte. deshalb habe ich yuri jahrelang ganz bewusst NIE mehr in die panikauslösende situation gebracht, und das hat sich schliesslich ausgezahlt. denn jedesmal, wenn dies früher der fall war, hat sich seine panik verstärkt, eine desensibilisierung war in diesem fall unmöglich.
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Alt 29.12.2012, 10:15   #7
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mit spiri mach ich das auch so:

wenn sie wirklich richtig angst oder sehr großen respekt vor etwas hat, wie zB sich bewegende untergründe, oder hier seit einiger zeit ein fenster, welches geöffnet wird (kA, was da passiert ist)
dann lass ich es bleiben...zumindest, wenn sie in der nähe ist, bleibt zB das fenster geschlossen.
in der schule sage ich den kindern immer, dass wir halt auf festen boden was machen müssen, nix mit rollbrett, schaukel oä dingen arbeiten können!

wenn zora oder poldy für mich diffuse ängste haben, weil sich etwas bewegt oder etwas da steht, wo es vorher nicht war, dann ignoriere ich das auch.
aber zB an silvester dürfen sie sich aussuchen, wo sie ihre angst ausleben wollen...
zora verkriecht sich, spiri sucht schutz...
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Es kommt ja auch sehr darauf an, wie ignoriert wird. Ein Ignorieren mit dem Hund hinter sich her ziehen, weil er ja keine Angst haben muss, da sein Angstauslöser etwas normales ist, halte ich für sehr kontraproduktiv. Auch spielen die eigenen Emotionen eine grosse Rolle. Wenn man selbst sehr angespannt ist in der Erwartung, dass der Hund gleich wieder Angst hat oder abhauben könnte oder sonstwas, wie soll der Hund da vermittelt bekommen, dass alles ok ist? Sehr wichtig finde ich, dem Hund die eigene Ruhe zu vermitteln. Ich ignoriere nicht zu 100%, ich rede mit ruhiger Stimme mit dem Hund. Ich rede nicht pausenlos auf den Hund ein, sondern sage lediglich, das ist in Ordnung oder so. Ich streichle nicht (das möchte auch in Angstsituationen nicht jeder Hund). Meine beiden haben Angst vor Feuerwerk. Wenn ich am Spazieren bin und es knallt, gehe ich auf dem kürzesten Weg heim, alles andere macht keinen Sinn. Wobei ich dann aber auch nicht renne. Diese Angst geht in Panik rein und dann rede ich auch nicht mehr mit ihnen.

Und zu Cesar Milan erspare ich mir jeglichen Kommentar.
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Alt 30.12.2012, 11:34   #9
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Zitat:
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Hm......ich hab mir letzte Woche eine Folge vom Hundeflüsterer angesehen. Mach ich normalerweise nicht, weil ich den irgendwie nicht mag.

Da ging es um eine Hündin, die Angst vor dem neuen Parkettboden hatte. Cesar Milano hat diese Angst völlig ignoriert und das arme Tier regelrecht über den Boden geschleift. Immer wieder und wieder. Und tatsächlich ging sie am Schluss drüber ohne zu mucken.

Ob das sinnvoll und richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich hatte ein ganz komisches Gefühl in der Magengegend, als er das Tier hinter sich her zog.
Naja am Milan scheiden sich die Geister

Das mit ungewohntem Boden hab ich letztens bei der Fotografin erlebt.
Wir gingen ducrh die Eingangstür und das Studio ist mit Laminat ausgelegt und das kennt Candy nicht und war ihr ziemlich suspekt und sie stand stocksteif da und hat sich nicht mehr gerührt.
Ich hab sie "ausgezogen" (Leine und Geschirr ) und bin ganz normal durch den Raum gelaufen und hab sie ab und an ermutigt ein paar Schritte zu gehen. Sie hat es dann gaaanz vorsichtig selber ausprobiert und wir haben ihr alle Zeit der Welt gelassen.
Immer wenn Candy ein paar Schritte geschafft hat, hab ich gelobt und mich gefreut (Ja, feiiiiines Mädchen. Prima!!) und später ist sie von sich aus durch den Raum gelaufen und hat alle Ecken erkundet, als wäre es das normalste von der Welt
Da sie sehr unsicher ist, was fremde Umgebungen angeht, muß man ihr einfach die Zeit geben, sich selbstständig!! mit allem vertraut zu machen und dieses Verhalten mit Lob bestätigen.
Das ist der Weg, wie ich finde, mit dem Candy am besten mit und in neuen Situationen klarkommt.
Alles andere wie Zwang, zerren wohlmöglich noch anschreien würde nach hinten losgehen und die würde in Panik verfallen, wo bei ihr wirklich nix mehr geht.

Z.B. wenn wir einer Gruppe von Kindern entgegegen kommen, da wird Candy wirklich panisch und reagiert absolut nicht mehr und will nur noch flüchten. Wenn möglich versuche ich dann kehrt zu machen, und wenn nicht, dann einen groooooßen Bogen zu machen.
Wenn sie die "ängstigende Sache" dann nicht mehr im Blick hat, ist sie schnell wieder normal. Sie zeigt dann oft dieses "schütteln", so als würde sie wirkich eine, für sie, furchtbare Sache, abschütteln.

Es ist in all den Jahren ab und an sehr schwierig mit ihr, da sie wohl sehr tiefsitzende Ängste hat, aber es wird besser und das kann man nur mit Geduld schaffen, aber nicht mit Zwang.

Einen ängstlichen Hund durch die Gegend zu zerren bzw. über den Boden zu schleifen, käme für mich einfach nicht in Frage
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Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken
Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste was er sagt, ist hohl und falsch.
Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie damit zum Ausdruck bringen ist wichtig und nützlich.
—Leonardo da Vinci




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Naja, Geduld ist das Gebot der Stunde.

Ich arbeite seit ich den Manni hab am Aufzug fahren.

Am Anfang hatte ich einen panischen Hund, der partout nicht in dieses suspekte Ding wollte. Warum auch. Es gibt ja Treppen.

Seit ich mit dem Trailen angefangen hab, ist es wichtig, dass er Aufzug fährt, da ich z.B. orten muss, in welchem Stockwerk die gesuchte Person ausgestiegen ist.

Also eine andere Motivation.

Wir sind jetzt soweit, dass er anzeigt, dass Die Gesuchte in den Aufzug gegangen ist.

In ganz kleinen Schritten hab ich ihm beigebracht, dass er mit MIR keine Angst haben muss und jetzt legt er sich zwar immer noch angespannt im Aufzug hin, aber er fährt mit und zeigt mir, dass die Gesuchte ausgestiegen ist.

Bei einstöckigen Aufzügen in kleinen Bahnhöfen setz ich ihm an oberen Ausgang wieder an und spar ihm und mir den Stress.

Das ganze hat 1 Jahr gedauert.

Zeit ist der Faktor mit dem man den Hund hinkriegt und zwar in ganz kleinen Schritte. Am Anfang reichts schon, wenn er an der Tür schnüffelt und das Auf-und Zugehen akkzeptiert und dann Schrittchen für Schrittchen weiter.

Einen panischen Hund würde ich immer aus der Situation herausnehmen und mir ganz kleine Schritte über legen,wie ich die Situation abschwächen kann.

Physiologie von Panikreaktionen ist ein sehr interessanter Artikel zum Weiterlesen.

Dirk
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